Recycling-Guide für Ferienwohnungen

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April 2026

Als Vermieter einer Ferienwohnung besteht Ihre Aufgabe nicht nur darin, die Unterkunft für Gäste bereitzustellen – Sie sind auch dafür verantwortlich, dass der von den Gästen verursachte Abfall korrekt entsorgt wird. Um Strafen und unnötige Probleme zu vermeiden, sollten Sie Ihren Gästen klare Entsorgungshinweise geben und alles Nötige bereitstellen. Im Folgenden erfahren Sie, wie Abfallmanagement bei Kurzzeitvermietungen funktioniert und wie Sie die Mülltrennung in Ihrer Unterkunft fördern.

So optimieren Sie das Abfallmanagement

Damit Gästekomfort und Regelkonformität zusammenpassen, helfen ein paar einfache Maßnahmen.

Richten Sie getrennte Mülleimer ein

Wenn in Ihrer Gemeinde Mülltrennung vorgesehen ist, stellen Sie für jede Abfallart einen eigenen Behälter bereit und kennzeichnen Sie ihn deutlich. Für Bioabfall ist ein praktischer Tipp, mit zwei Behältern zu arbeiten: einem kleinen für den Alltag und einem größeren für die eigentliche Entsorgung. Denken Sie daran: Damit die Mülltrennung in einer Kurzzeitvermietung wirklich funktioniert, müssen Sie Ihren Gästen für jede Abfallart passende Ersatzbeutel zur Verfügung stellen.

Vermeiden Sie Abfall

Setzen Sie auf spülbares Geschirr statt Einwegprodukte – so können Sie das Müllaufkommen in Ihrer Unterkunft deutlich reduzieren. Bei Hygieneartikeln bieten sich nachfüllbare Spender an: Sie sparen Geld, weil Sie nur Nachfüllpackungen kaufen, und senken gleichzeitig den Plastikmüll erheblich.

Kommunizieren Sie Regeln klar

Damit Gäste Abfall korrekt entsorgen, müssen sie die Regeln kennen – und diese können sich je nach Gemeinde unterscheiden. Bewährt hat sich, konkrete Anweisungen in die Hausregeln aufzunehmen, die Sie Ihren Gästen zusenden. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, diese Regeln zu kommunizieren:

  • Übergeben Sie sie beim Check-in in Papierform.
  • Senden Sie sie über einen digitalen Guide – direkt auf einer Website für Ferienhausvermietung oder per Nachricht aufs Handy.
  • Stellen Sie sie als Download bereit, indem Sie einen QR-Code gut sichtbar in der Unterkunft platzieren.

Damit es noch leichter verständlich ist, machen Sie Fotos von den Mülleimern in der Wohnung sowie von den Sammelstellen im Haus (z. B. im Müllraum) oder an öffentlichen Sammelpunkten und beschreiben Sie, wo diese zu finden sind. Erklären Sie außerdem die Sortierregeln, eventuelle Abholtage und die erlaubten Zeiten, zu denen Müll herausgestellt werden darf.

Was passiert, wenn die Regeln nicht eingehalten werden?

Falsches Recycling und mangelhafte Abfalltrennung können bei Kurzzeitvermietungen spürbare Folgen haben:

  • Strafen der Eigentümergemeinschaft: Befindet sich Ihre Unterkunft in einer Wohnanlage, kann falsche Entsorgung zu Geldstrafen für das gesamte Gebäude führen oder zusätzliche Reinigungen erforderlich machen – die Kosten werden dann den Eigentümern in Rechnung gestellt.
  • Verantwortung des Vermieters: Wenn Sie ein freistehendes Haus besitzen, können kommunale Stellen oder Entsorgungsbetriebe Sie für nicht regelkonforme Entsorgung verantwortlich machen. Als Vermieter liegt die Verantwortung in der Regel bei Ihnen.
  • Reputationsschäden: Schlechte Abfallorganisation kann Ärger mit Nachbarn und künftigen Gästen verursachen, das Image Ihrer Unterkunft schädigen und zu negativen Bewertungen auf den Plattformen führen, über die Sie inserieren.
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© Unsplash

Welche Vorteile hat Mülltrennung?

Wenn Sie Abfall nach kommunalen Vorgaben entsorgen lassen und Ihren Gästen eine einfache Lösung anbieten, bringt das mehrere Vorteile:

  • Positives Image: Klare Regeln, die Recycling fördern, sind bei umweltbewussten Gästen sehr beliebt. Ein gut gemachter Leitfaden – idealerweise auch auf Englisch – ist der erste Schritt, um Gästen das Sortieren zu erleichtern.
  • Mehr Buchungen: Viele Reisende wählen gezielt Unterkünfte mit geringer Umweltbelastung – besonders, wenn sie ein Ferienhaus mieten oder eine Ferienwohnung für mehrere Tage suchen.
  • Sehr gute Bewertungen: Eine gut ausgestattete Unterkunft für Müllentsorgung führt häufig zu besseren Bewertungen – das stärkt Ihre Gastgeber-Reputation und kann auch Ihr Ranking in Suchmaschinen verbessern.
  • Strafen vermeiden: Wer die Vorschriften einhält, reduziert das Risiko von Geldstrafen. Diese können im Einzelfall mehrere Hundert Euro betragen und Ihre Gewinne direkt schmälern.
  • Geringere Umweltbelastung: Über die betriebswirtschaftlichen Vorteile hinaus hilft korrektes Abfallmanagement beim Umweltschutz, bei richtigem Recycling und bei der Kompostierung organischer Abfälle.

Wer zahlt die Müllgebühr bei Kurzzeitvermietungen?

In Österreich ist bei Ferienwohnungen rechtlich der Eigentümer dafür verantwortlich, die Müllgebühren zu bezahlen. Während diese bei langfristigen Mietverhältnissen häufig als Betriebskosten weiterverrechnet werden, sind sie bei Kurzzeitvermietungen ein Fixkostenpunkt, den der Gastgeber selbst tragen und einplanen muss.

Die Berechnung der Müllgebühr ist je nach Gemeinde unterschiedlich, folgt aber meist einem Zweikomponentensystem:

  • Grundgebühr: Ein fixer Jahresbetrag pro Liegenschaft oder Wohneinheit. Damit wird u. a. die allgemeine Bereitstellung der Entsorgungsinfrastruktur (z. B. Mistplätze/Wertstoffsammelzentren und öffentliche Sammelbehälter) finanziert. Diese Gebühr ist auch dann zu zahlen, wenn die Unterkunft zeitweise leer steht, weil sie an das „Potenzial” der Abfallerzeugung gekoppelt ist.
  • Variable Gebühr: Diese hängt von der Größe der Mülltonne und der Häufigkeit der Abholung ab. In vielen Tourismusregionen gibt es zudem ein verpflichtendes Mindestvolumen – oft orientiert an der Bettenanzahl bzw. am „Gästepotenzial”.

Tourismuszuschlag

Viele Gemeinden in Alpen- oder Seenregionen verrechnen bei Ferienwohnungen eine eigene Zweitwohnsitzabgabe oder setzen für Abfall einen höheren, eher „gewerblichen” Tarif an. Begründet wird das häufig damit, dass Gäste statistisch mehr Verpackungsmüll verursachen als Einheimische. Am besten klären Sie beim zuständigen Gemeindeamt, ob Ihre Unterkunft für die Abfallgebühren als „gewerbeähnlich” eingestuft wird.

Was passiert, wenn ich die Müllgebühr nicht bezahle?

In Österreich wird die Einhebung von Müllgebühren als Verwaltungsverfahren nach öffentlichem Recht abgewickelt. Wenn die Müllgebühr nicht fristgerecht bezahlt wird, setzt die Gemeinde typischerweise folgende Schritte:

  • Mahnwesen: Sie erhalten eine formelle Mahnung inklusive Mahngebühr und gesetzlicher Verzugszinsen.
  • Exekution: Da es sich um öffentlich-rechtliche Forderungen handelt, kann die Gemeinde ein vereinfachtes Vollstreckungsverfahren einleiten. Ein Zivilprozess ist dafür in der Regel nicht erforderlich.
  • Lohn- oder Kontopfändung: Die Behörde kann Ihr Bankkonto oder andere Einkommensquellen pfänden, um die offenen Beträge hereinzubringen.
  • Auswirkungen im Gemeindealltag: Gerade in kleineren Gemeinden kann es bei offenen Abgaben schwieriger werden, weitere kommunale Bewilligungen zu erhalten oder an Gästekartenprogrammen teilzunehmen, weil „fiskalische Zuverlässigkeit” oft Voraussetzung ist.

Die Verjährungsfrist für Müllgebühren beträgt in Österreich in der Regel drei Jahre, gerechnet ab Ende jenes Jahres, in dem die Gebühr fällig war.

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